Unterweisung Arbeitssicherheit

Als Arbeitssicherheit wird der Zustand der Minimierung von Gefahren am Arbeitsplatz bezeichnet. Der Sinn und Zweck der Arbeitssicherheit besteht darin, die Mitarbeiter eines Betriebes vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen. Die Arbeitssicherheit ist somit das erwünschte Ergebnis des Arbeitsschutzes. Die für die Herstellung der Arbeitssicherheit relevanten Maßnahmen sind im Arbeitsschutzgesetz geregelt. Daneben existiert das so genannte Arbeitssicherheitsgesetz, kurz AsiG, in dem die Aufgabenaufteilung und die Bereitstellung von Betriebsärzten sowie von kompetenten Fachkräften für Arbeitssicherheit geregelt sind. Gemäß dem Paragraphen 12 Abs. 1 des Arbeitsschutzgesetzes ist der Unternehmer des Weiteren zu einer regelmäßig stattfindenden Unterweisung seiner Mitarbeiter verpflichtet. Hält sich ein Unternehmer nicht an die Gesetze zum Zweck der Arbeitssicherheit, so drohen mitunter hohe Strafen.
Insbesondere die Unterweisung ist ein Grundelement der Arbeitssicherheit. So ist zwingend vorgeschrieben, dass die Mitarbeiter eines Betriebs im Rahmen einer Unterweisung während der Arbeitszeit ausreichend über die zu treffenden Arbeitsschutzmaßnahmen informiert werden. Diesbezüglich haben der Umfang der Unterweisung sowie die Art der Unterweisung in einem angemessenen Verhältnis zum jeweiligen Gefährdungspotenzial zu stehen.
Da die Arbeitssicherheit mit den Anforderungen der Qualitätssicherung, der Ergonomie und des Umweltschutzes verknüpf ist, spricht man in diesem Fall auch von einem integrierten Managementsystem.
Nach dem EU-Recht ist für die Unterweisung der Mitarbeiter insbesondere in größeren Betrieben vielfach die Fachkraft für Arbeitssicherheit zuständig. Die Bereitstellung einer solchen Fachkraft für Arbeitssicherheit, die die Unterweisung vornimmt, ist gesetzlich vorgeschrieben und zwar bereits dann, wenn mindestens ein Mitarbeiter angestellt ist. In vielen kleineren Betrieben übernimmt auch die Firmenleitung selbst oftmals die Rolle des Aufklärers und ist diesbezüglich für die Unterweisung des Personals verantwortlich.
Das Aufgabenfeld der Fachkraft für Arbeitssicherheit umfasst jedoch nicht nur die Unterweisung der Mitarbeiter, sondern insbesondere auch die Unterweisung des Arbeitgebers, der Sicherheitsvertrauenspersonen sowie der Belegschaftsorgane, die auf dem Sektor der Arbeitssicherheit tätig sind. Ziel der Unterweisung der für die Ausstattung und des Betriebablaufs verantwortlichen Führungspersonen ist unter anderem, für eine menschengerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes zu sorgen und dem Unternehmer diesbezüglich mit kompetenten Rat zur Seite zu stehen.
In Deutschland wird die Bestellung der Fachkraft für Arbeitssicherheit durch das Arbeitssicherheitsgesetz geregelt. Eine solche zur Unterweisung des Unternehmers berechtigte Person kann je nach der Art der vorangegangenen Ausbildung entweder ein Sicherheitsingenieur, ein Sicherheitsmeister oder ein Sicherheitstechniker sein. In manchen Bereichen, zum Beispiel auf dem Sektor der Druck- und Papierverarbeitung oder bei der Verwaltungs Berufsgenossenschaft sind unter Umständen auch andere Berufsgruppen zur Ausübung der Tätigkeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit und somit zur Unterweisung im Rahmen des Arbeitsschutzes berechtigt. So können zum Beispiel mitunter sogar nichttechnische Angestellte das Amt der Fachkraft für Arbeitssicherheit ausüben, indem beispielsweise in einem Büro auf den Gesundheitsschutz geachtet und das Personal dementsprechend im Rahmen einer Unterweisung informiert wird, zum Beispiel über die korrekte Sitzhaltung oder bezüglich der Einhaltung der Bildschirmarbeitsverordnung.
Im Rahmen der Unterweisung der Mitarbeiter und der Unternehmensführung über die erforderlichen Maßnahmen in Bezug auf den Arbeitsschutz, gestaltet sich das Aufgabengebiet der Fachkräfte für Arbeitssicherheit des Weiteren sehr vielfältig. So müssen zum Beispiel die für die Unfallverhütung und für den Arbeitsschutz verantwortlichen Mitarbeiter vor allem bezüglich der Planung sowie der Unterhaltung der sozialen, bzw. sanitären Ausstattung und der Betriebsanlagen sowie über die Beschaffung der technischen Arbeitsmittel eine dementsprechende Unterweisung erhalten. Zudem fällt auch die Beratung über Möglichkeiten der Erprobung und bezüglich der Entscheidung für ein bestimmtes Körperschutzmittel in das Aufgabengebiet einer solchen Fachkraft.
Des Weiteren müssen die für den Arbeitsschutz verantwortlichen Führungskräfte über die ergonomisch korrekte Beschaffenheit der Büromöbel sowie der Arbeitsplatzausstattung aufgeklärt werden, ebenso wie über die allgemeine Arbeitsplatzgestaltung und die Einführung neuer Verfahren.
Zudem ist es die Aufgabe der Arbeitssicherheitsfachkraft, die Bedingungen, unter denen das Personal seine Tätigkeiten verrichten muss, zu kontrollieren, zu bewerten und im Anschluss daran dem Unternehmer Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, falls die bisherige Situation hinsichtlich des Arbeitsschutzes so nicht mehr hinnehmbar ist. Des Weiteren ist eine sicherheitstechnische Überprüfung der Arbeitsmittel und Geräte durchzuführen. Um etwaige Mängel feststellen zu können, begehen die hierfür bestellten Fachkräfte für Arbeitssicherheit die Betriebsstätten in regelmäßigen Abständen.
Speziell in Deutschland muss gemäß dem Siebten Buch des Sozialgesetzbuches zudem ein Sicherheitsbeauftragter schriftlich bestellt werden, insofern das Unternehmen über 20 Mitarbeiter beschäftigt. Dieser Sicherheitsbeauftragte hat die Aufgabe, die Unterweisung der Arbeitgeber hinsichtlich der Arbeitssicherheit vorzunehmen und die Führungskräfte, den Betriebsarzt, den Mitarbeiterstamm sowie die Fachkraft für Arbeitssicherheit in ihrem Bestreben zu unterstützen, gesundheitsgefährdende Einwirkungen sowie betriebsbedingte Unfälle zu vermeiden.